Sonntag, März 12, 2006

Das Bayerische Paradies


Freunde - ich bin in den Himmel von Bayern gezogen! Ohne Scheiß: Seit ich hier in Wessling im Landkreis Starnberg wohne und vor allem seit der Sommer nun endlich eingekehrt ist, bin ich abends desöfteren mit dem Radl unterwegs, zum einen wegen workout und so, zum anderen um die Gegend ein wenig zu erkunden. Die Touren werden immer länger, meine Neugier mit jedem Fleckchen und Winkelchen, das ich hier neu entdecke, eher angefacht, denn befriedigt.

Na gut, bevor ich über's Ziel hinausschiesse oder der Rotwein in meinem Blutkreislauf völlig das Kommando übernimmt: Überzeugt Euch selbst und schaut Euch ein paar von den Impressionen an, die ich auf einer meiner abendlichen Touren festgehalten habe. In loser Folge werde ich hier öfter mal Bilder posten, je nachdem, ob ich wieder 'was entdeckt habe, das des Fotografierens würdig ist. Enjoy! Hier und hier.

"Being Julia" = being bored

Nun gehe ich seit ca. 25 Jahren ins Kino und im Lauf der Zeit waren meine cineastischen Vorlieben mehreren Richtungswechseln unterworfen (was natürlich auch am sich ändernden Geschmack mit zunehmendem Alter liegen mag).

Ganz einfach ausgedrückt haben mir die effektbeladenen Hollywood-Einheitsprodukte mit der Zeit immer weniger zu geben vermocht (Ausnahmen gibt es aber auch hier manchmal), eine gut erzählte Geschichte wurde für meinen Kinogenuss immer wichtiger und ist im Augenblick wichtigtstes Kriterium bei der Entscheidung darüber, ob die 5,-, 6,- oder 8,- Euro gut angelegt waren oder nicht. Ein konkretes Beispiel gefällig? :: Mar Adentro hat mich erst vor wenigen Tagen bewegt und nachhaltig beeindruckt. Die Schauspieler, die hier die Charaktere verkörpern, wirkten auf mich überaus authentisch, selbst wenn ich im Kreise meiner Familie, Freunde und Bekannten gottlob keinen Tetraplegiker habe. Die Tatsache, dass es sich um die Nacherzählung einer wahren Begebenheit handelt, macht die Aufgabe, authentisch zu wirken, für die Schauspieler natürlich umso schwerer.

Soweit ich mir ein Urteil darüber erlauben kann, ist dies gelungen.

Ganz anders der von Presse und Medien im Vorfeld vielbejubelte und hochgelobte Istvan Szabo-Streifen "Being Julia": "Annette Bening glänzt als liebenswerte und zugleich egomanische Diva" sagt z.B. der Stern, die Vorstellung von Anette Bening mache den Film sehenswert, schreibt Anja von Fraunberg bei 1&1, zu Recht habe sie den Oscar gewonnen, ist sich die Presse einig.

Ich frage mich allerdings, ob diese Pressevertreter und ich den gleichen Film gesehen habe: In 25 Jahren ist es nicht einmal vorgekommen, dass ich einen Film vorzeitig verlassen habe. Die mitleiderregende Darbietung von Anette Bening allerdings ertrug ich nicht bis zum Schluß. "Bemüht, farblos, aufgesetzt" sind die einzigen Attribute, die mir für ihre Darstellung der Juliette Lambert aus der Novelle "Theatre" von W. Somerset Maugham (1937) einfallen. So sehr versucht sie auf Teufel komm' raus britisch zu wirken, dass es nur noch peinlich wirkt. Die Geschichte entwickelt sich lahm und ohne jeglichen Spannungsbogen und die Pointen sind vorhersehbar und einfallslos - so sie denn überhaupt kommen.

Wieder 5 EUR,- verschwendet, die ich lieber dem Strassenmusiker vor dem Kino-Eingang spendiert hätte, der kurioserweise ohne Publikum viel besser spielte, als noch vor dem Film. Wahrscheinlich wusste er insgeheim, dass die Besucher dieses Films Qualität ohnehin nicht zu erkennen imstande sind...

BJV: Reaktion auf Austritt

Als Nachtrag zu meiner Austrittserklärung geht die Reaktion des Verbands möglicherweise etwas unter, daher an dieser Stelle die Bestätigung meines Austritts nochmal an prominenterer Stelle:

Mit der heutigen (22.04.05) (Brief-) Post erreicht mich die Bestätigung der Geschäftsstelle, dass meine Kündigung zum 30.04. wirksam wird und meine Mitgliedsbeiträge für die Monate Mai und Juni rückerstattet werden. Weiter heißt es: "Nur zu Ihrer Unterrichtung: Es hat keine 'Unregelmässigkeiten im Zuge und Vorfeld der kürzlich erfolgten Wahl des Bezirksvorsitzenden für den Bezirksverband München/Oberbayern' gegeben. Ebenso wenig unsachgemäße Verwendung von Mitgliedsbeiträgen, sowie Verstöße gegen das Brief- und Datengeheimnis.

Mit höflichem Gruß

Frauke Ancker
Geschäftsführerin"

Statt einer weiteren Stellungnahme meinerseits weise ich auf die Lektüre folgender Beiträge hin: "BJV transparent: Geburtstagsfeier auf Verbandskosten", "BJV transparent: Der Lauscher an der Wand ..." und //COPY.BLOG«/: Interne Zensur im Berufsverband der Journalisten: "Wo bin ich denn hier 'reingeraten?!" hin. Die aufmerksame Leserin und der aufmerksame Leser mögen sich bitte selbst ein Bild machen.

BJV: Widerspruch wird nicht geduldet!

Ich freu' mich ja immer, wenn ich wahr- und ernstgenommen werde, und so begrüsse ich - ganz ohne Häme - den hier verlinkten Kommentar auf meine Austrittserklärung durch einen anonymen Kommentator. Und in der Hoffnung, nun ins Gespräch gekommen zu sein, habe ich den/die unbekannten Kommentator/in namens "elchpapa" per verlinkter, aber unkenntlich gemachter E-Mail-Adresse von meiner Stellungnahme informiert.

Mein Eindruck, dass mit der derzeitigen Verbandsspitze - und um wen sonst soll es sich beim "elchpapa" wohl handeln? - ein kultiviertes Gespräch nicht möglich ist, hat sich durch das Ausbleiben eines weiteren Kommentars bzw. die ausbleibende Annahme meines Gesprächsangebots nun verfestigt. Er deckt sich mit den Schilderungen anderer Kollegen und Kolleginnen, die in zwei bzw. vier Jahren Verbandsarbeit auf mehrfache Gesprächsangebote nur verbale "Watsch'n" bzw. uneingeschränkte Nichtbeachtung erfahren haben. Ich hatte es bislang nicht glauben wollen, wurde aber nun eines besseren belehrt. Kurz gesagt: Die Bildung hat hier keine Stätte, Freunde, so bitter diese Erkenntnis auch sein mag.

Damit kann man ja noch leben. Vor allem ich, da ich die Konsequenzen aus diesen Erfahrungen gezogen und meine außerordentliche Kündigung eingereicht habe. Da kann ich auch eine verschnupfte, beleidigte Stellungnahme mit einem konstruktiven Gesprächsangebot parieren.

Aber bei praktizierter, massiver Unterdrückung Andersdenkender und -redenderhören Spaß und Nonchalance auf. Noch schlimmer wird es, wenn freie Journalisten, die über den Konflikt berichten, nun wg. "verbandsschädigendem Verhalten" mit dem Ausschluß aus selbigem bedroht werden! Mit der einzigen Begründung, dass sie Ihrer Tätigkeit nachgehen!!

An die Stelle von Nachsicht und Gelassenheit treten Empörung und Abscheu angesichts der so zum Ausdruck gebrachten Verstösse gegen elementare Grundgesetze, hier: das Recht auf Meinungsfreiheit, auf die zu berufen sich gerade ein Berufsverband für Journalisten - auch ohne explizite Nennung in der Verbandssatzung - verpflichtet sehen sollte.

Nicht so der Bayerische Journalisten-Verband. Wo kämen wir denn da auch hin, wenn jeder seine - von den geschäftsführenden Funktionären Dr. Stöckel und Frauke Ancker - abweichende Meinung kundtun und vertreten dürfte? Oder gar Anträge stellte, die die Offenlegung der Verteilung von Mitgliedsbeiträgen, der Gehälter der Funktionäre und andere Antworten auf legitime Fragen forderten, zu denen die Verbandsfunktionäre als ANGESTELLTE der Gesamtheit der Mitglieder verpflichtet sind?

Da ist es schon bedeutend bequemer - und hat sich darüber hinaus in der Vergangenheit aufgrund der Trägheit der Mehrheit aller Verbandsmitglieder ja auch schon bestens bewährt -, die unliebsame Plaudertasche gleich aus dem Verband auszuschliessen; passenderweise, bevor dieses Mitglied noch mißliebige Anträge unterstützen oder noch weitere Mitglieder mit konträrer Denke "anstecken" kann.

Die Frage bleibt mit unveränderter Aktualität im Raum: //COPY.BLOG«/: Wo bin ich denn hier 'reingeraten?!. Das zu beurteilen ist nun an den im Verband verbleibenden Mitgliedern und da vor allem bei der größeren Gruppe (58%) der freien Journalisten. Tut was, geht am 07. Mai zum Bayerischen Journalistentag in Günzburg und unterstützt Anträge, die in Eurem Interesse sind!

Das gesammelte Antragswerk steht zum Download unter http://nieke.macbay.de/bjv/sonstige_antraege.doc bereit (Word-Dokument).

update1: Weitere Anträge finden sich außerdem hier

BJV: Widerspruch wird nicht geduldet!

Ich freu' mich ja immer, wenn ich wahr- und ernstgenommen werde, und so begrüsse ich - ganz ohne Häme - den hier verlinkten Kommentar auf meine Austrittserklärung durch einen anonymen Kommentator. Und in der Hoffnung, nun ins Gespräch gekommen zu sein, habe ich den/die unbekannten Kommentator/in namens "elchpapa" per verlinkter, aber unkenntlich gemachter E-Mail-Adresse von meiner Stellungnahme informiert.

Mein Eindruck, dass mit der derzeitigen Verbandsspitze - und um wen sonst soll es sich beim "elchpapa" wohl handeln? - ein kultiviertes Gespräch nicht möglich ist, hat sich durch das Ausbleiben eines weiteren Kommentars bzw. die ausbleibende Annahme meines Gesprächsangebots nun verfestigt. Er deckt sich mit den Schilderungen anderer Kollegen und Kolleginnen, die in zwei bzw. vier Jahren Verbandsarbeit auf mehrfache Gesprächsangebote nur verbale "Watsch'n" bzw. uneingeschränkte Nichtbeachtung erfahren haben. Ich hatte es bislang nicht glauben wollen, wurde aber nun eines besseren belehrt. Kurz gesagt: Die Bildung hat hier keine Stätte, Freunde, so bitter diese Erkenntnis auch sein mag.

Damit kann man ja noch leben. Vor allem ich, da ich die Konsequenzen aus diesen Erfahrungen gezogen und meine außerordentliche Kündigung eingereicht habe. Da kann ich auch eine verschnupfte, beleidigte Stellungnahme mit einem konstruktiven Gesprächsangebot parieren.

Aber bei praktizierter, massiver Unterdrückung Andersdenkender und -redenderhören Spaß und Nonchalance auf. Noch schlimmer wird es, wenn freie Journalisten, die über den Konflikt berichten, nun wg. "verbandsschädigendem Verhalten" mit dem Ausschluß aus selbigem bedroht werden! Mit der einzigen Begründung, dass sie Ihrer Tätigkeit nachgehen!!

An die Stelle von Nachsicht und Gelassenheit treten Empörung und Abscheu angesichts der so zum Ausdruck gebrachten Verstösse gegen elementare Grundgesetze, hier: das Recht auf Meinungsfreiheit, auf die zu berufen sich gerade ein Berufsverband für Journalisten - auch ohne explizite Nennung in der Verbandssatzung - verpflichtet sehen sollte.

Nicht so der Bayerische Journalisten-Verband. Wo kämen wir denn da auch hin, wenn jeder seine - von den geschäftsführenden Funktionären Dr. Stöckel und Frauke Ancker - abweichende Meinung kundtun und vertreten dürfte? Oder gar Anträge stellte, die die Offenlegung der Verteilung von Mitgliedsbeiträgen, der Gehälter der Funktionäre und andere Antworten auf legitime Fragen forderten, zu denen die Verbandsfunktionäre als ANGESTELLTE der Gesamtheit der Mitglieder verpflichtet sind?

Da ist es schon bedeutend bequemer - und hat sich darüber hinaus in der Vergangenheit aufgrund der Trägheit der Mehrheit aller Verbandsmitglieder ja auch schon bestens bewährt -, die unliebsame Plaudertasche gleich aus dem Verband auszuschliessen; passenderweise, bevor dieses Mitglied noch mißliebige Anträge unterstützen oder noch weitere Mitglieder mit konträrer Denke "anstecken" kann.

Die Frage bleibt mit unveränderter Aktualität im Raum: //COPY.BLOG«/: Wo bin ich denn hier 'reingeraten?!. Das zu beurteilen ist nun an den im Verband verbleibenden Mitgliedern und da vor allem bei der größeren Gruppe (58%) der freien Journalisten. Tut was, geht am 07. Mai zum Bayerischen Journalistentag in Günzburg und unterstützt Anträge, die in Eurem Interesse sind!

Das gesammelte Antragswerk steht zum Download unter http://nieke.macbay.de/bjv/sonstige_antraege.doc bereit (Word-Dokument).

update1: Weitere Anträge finden sich außerdem hier

Meine Austrittserklärung: Kündigung der Mitgliedschaft im Bayerischen Journalistenverband e.V.Folgende Erklärung habe ich am Freitag, den 15.04.2005, an die Geschäftsstelle des Bayerischen Journalistenverbands e.V. übermittelt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte hiermit von meinem außerordentlichen Kündigungsrecht Gebrauch machen und setze Sie von meinem Austritt aus dem Bayerischen Journalisten-Verband e.V. zum 30.04.2005 in Kenntnis. Ein außerordentliches Kündigungsrecht aus besonderem Grund rechtfertigt sich aus belegten und mir persönlich bekanntgewordenen Unregelmässigkeiten im Zuge und Vorfeld der kürzlich erfolgten Wahl des Bezirksvorsitzenden für den Bezirksverband München/Oberbayern. Diese Unregelmässigkeiten, deren Erklärung und Offenlegung die Geschäftsstelle und der geschäftsführende Vorstand nach bisher bekannt gewordener Kommunikation an die Verbandsmitglieder ablehnt, beinhalten unsachgemässe Verwendung von Mitgliedsbeiträgen, Verstösse gegen Brief- und Datengeheimnis sowie weitere Vorgänge ähnlicher Natur, die entgegen der Interessen der Verbandsmitglieder stehen.

Infolgedessen sehe ich meine Interessen nicht oder unzureichend gewahrt. [...]


Kurz gesagt hatte mich die Erfahrung unverhohlener Zensur im Verband derart erschüttert, dass ich keine Übereinstimmung mit der derzeitigen Geschäftsführung im Verband hinsichtlich grundsätzlicher Fragen wie Meinungsfreiheit und offenen Diskurs mehr sehe. Meines Erachtens darf es gerade im Berufsverband und der Interessenvertretung der Journalisten, der diese bei Schaffung und Wahrung günstiger Rahmenbedingungen für die Ausübung ihres Berufs unterstützen und vertreten sollen, eine Zensur nicht geben. Zweifellos hat die derzeitige Landesverbandsspitze in der Vergangenheit wesentliche Teilsiege errungen, wenn es etwa um die Durchsetzung von Forderungen festangestellter Redakteure bei ihren Verlagshäusern ging. Im einen oder anderen Fall wurde - wie mir mittlerweile von Betroffenen berichtet wurde - auch ein wirksamer und erfolgreicher Rechtsschutz gewährt.

Diese Verdienste können nach meiner Meinung über gravierende und strafrechtlich relevante Vorgänge nicht hinwegtäuschen bzw. diese lindern. Zu diesen Vorgängen gehören etwa das Abhören interner Kommunikation, die gezielte, nachhaltige Unterdrückung kontroverser Meinungen mit der konkreten Androhung des Ausschlusses aus dem Verband, die fragwürdige und willkürlich entschiedene Verwendung von Mitgliedsbeiträgen oder auch deren unsachgemässe Verwendung.

Wie soll ich als Journalist noch überzeugend für demokratische Grundrechte eintreten können, wenn meine eigene, einzige Interessen"lobby" selbige mit Füssen tritt? Und das in Zeiten, da wesentliche Grundrechte mit dem Hinweis auf die Bekämpfung des globalen Terrorismus sukzessive und zielgerichtet beschnitten werden?

In Anbetracht der oben zitierten Vorgänge, die offenbar nur die Spitze eines Eisbergs darstellen und als vorläufiger Höhepunkt einer Auseindersetzung zu sehen sind, die die Sachebene schon lange verlassen zu haben scheint, bleibt mir keine andere Wahl, als dem geschäftsführenden Vorstand Dr. Wolfgang Stöckel und der Geschäftsführerin Frau Frauke Ancker als Verantwortliche für diese Vorgänge mein grundsätzliches und umfassendes Mißtrauen auszusprechen. Ich räume ein, dass nach meinem derzeitigen Kenntnisstand nicht alle der oben zitierten und andernorts ausführlicher beschriebenen Vorgänge gänzlich zweifelsfrei recherchiert sind. Das ist m.E. hier auch nicht mehr nötig. Beim Vorgang der praktizierten Zensur wurde ich unmittelbarer Zeuge. Allein dieser isolierte Vorgang - der aber eben _kein_ Einzelfall war - rechtfertigt in meinen Augen meine Entscheidung für den Austritt aus dem Verband. Eine gemeinsame Gesprächsgrundlage, geschweige denn Basis für eine starke Position nach außen ist im Lichte solcher Praktiken nicht denkbar.

Ich gehe davon aus, dass meiner außerordentlichen Kündigung nicht entsprochen wird, der Verband die bereits abgebuchten Quartalsbeiträge einbehält. Verwundert nicht, er braucht sie ja für die Subventionierung zahlreicher interessensfremder Aktivitäten.

Werner Nieke, im Apri 2005

update 1: Zeitgleich mit meiner Kündigung am Freitag habe ich den neuen Presseausweis eines anderen Berufsverbandes für Freie Journalisten, den DPV Deutschen Presse Verband e.V. - Startseite samt "Begrüssungspaket" in Form vielfältiger Informationsunterlagen und Serviceangebote erhalten. Und das ganze zu sage und schreibe einem Fünftel der Kosten, die die BJV-Beiträge verursachen...

update 2: Mit der heutigen (22.04.05) (Brief-) Post erreicht mich die Bestätigung der Geschäftsstelle, dass meine Kündigung zum 30.04. wirksam wird und meine Mitgliedsbeiträge für die Monate Mai und Juni rückerstattet werden. Weiter heißt es: "Nur zu Ihrer Unterrichtung: Es hat keine 'Unregelmässigkeiten im Zuge und Vorfeld der kürzlich erfolgten Wahl des Bezirksvorsitzenden für den Bezirksverband München/Oberbayern' gegeben. Ebenso wenig unsachgemäße Verwendung von Mitgliedsbeiträgen, sowie Verstöße gegen das Brief- und Datengeheimnis.

Mit höflichem Gruß

Frauke Ancker
Geschäftsführerin"

Statt einer weiteren Stellungnahme meinerseits weise ich auf die Lektüre folgender Beiträge hin: "BJV transparent: Geburtstagsfeier auf Verbandskosten", "BJV transparent: Der Lauscher an der Wand ..." und //COPY.BLOG«/: Interne Zensur im Berufsverband der Journalisten: "Wo bin ich denn hier 'reingeraten?!" hin. Die aufmerksame Leserin und der aufmerksame Leser mögen sich bitte selbst ein Bild machen.

BJV: Und wieder Zensur!Nachfolgend abgelegter Artikel hätte vergangenes Jahr im verbandsinternen Organ "bjv-report" erscheinen sollen. Im Landesvorstand war diskutiert worden, ob es zu einem Meinungsaustausch mit Hilfe des Verbandsblatts kommen solle und einzelne Mitglieder wurden dazu entsprechend ermutigt. Der unten folgende Artikel wurde jedoch mit folgender Begründung abgelehnt:

[...] als Herausgeber des bjv-reports habe ich nach reiflicher Überlegung entschieden, Ihren Beitrag über die Klausurtagung in Feldafing nicht zu veröffentlichen. Ihre Ausführungen unter dem Titel "Solidarität im Verband" sind eine einzige Kommentierung. Sachliche und somit hilfreiche Informationen, die für all unsere Mitglieder und Leser interessant sein könnten - und damit nicht nur für die Insider, die dabei waren - fehlen aus meiner Sicht völlig.

Dann schreibt der Verfasser weiter: Noch eines möchte ich als verantwortlicher Arbeitgeber sagen: Ich kann es noch tolerieren, wenn Ehrenamtliche Ihre Antipathien und Unstimmigkeiten öffentlich austragen, auch wenn das ebenfalls oft dem Ansehen des Verbandes schadet, die Angestellten des BJV aber, also die Geschäftsstelle einschließlich der Geschäftsführerin, sind hier tabu! Kritik muss nach meinem Verständnis hier im internen Kreis vorgebracht werden - und dazu ist, wenn schon das persönliche klärende Gespräch nicht gewünscht wird, der Landesvorstand das einzig richtige Gremium.

Die zahlreichen Gesprächsangebote der so Angeschriebenen und ihrer Kollegen unterschlägt er hier großzügig, unterstellt gar fehlende Bereitschaft zum klärenden Gespräch.

Und zum Abschluß: Nicht die Revolution von unten hilft uns - sondern die Evolution in gemeinamer Anstrengung aller Funktionsträger.

Nachfolgend also der besagte Beitrag, der den Ausführungen Dr. Stöckels folgend nicht ausreichend konstruktiv und infolgedessen der Veröffentlichung im Verbandsorgan nicht würdig war:

Solidarität im Verband

Ein schwieriges Thema mit zudem sehr unterschiedlich möglicher Auslegung. Ein Thema, das auch mit heftiger Kontroverse die Klausurtagung des BJV-Vorstands in Feldafing am Starnberger See geprägt hat. Illuster das Ambiente des Residence-Hotel mit Wellness-Bereich. Beeindruckend die kulinarische Verköstigung und der Mulitmedia-Apparat in Form eines Fernsehers, der mich im Zimmer sogar namentlich begrüßte. Nur die Duschvorrichtung meines Bades war etwas eigenwillig, änderte sie doch in unvorhergesehener Weise mitunter die Einstelltemperatur, was zu unverhofften Schritt- und Trittfolgen unter der Dusche führte. Aber zurück zum Thema.

Beleuchten wir den Begriff „Solidarität“ einmal ausgehend von seinem Wortstamm: Im Etymologischen Wörterbuch steht, dass Solidarität gegenseitige Hilfsbereitschaft und Verbundenheit bedeutet. Im Online-Wörterbuch der FR finden wir zudem den Hinweis, dass bei Solidarität nicht von einem “Kritikverbot“ die Rede ist. Fragt man gar das Wörterbuch der Soziologie kommt hier ein Gemeinschaftsbewusstsein zur Sprache. Aber, und das finden wir ebenfalls im gleichnamigen Werk, Solidarität ist auch ein Verhaltens- und Orientierungsprinzip, das je nach weltanschaulich-gesellschaftspolitischer Grundorientierung einen anderen Sinn erhält.

Die Solidaritätsfrage im BJV bezog und bezieht sich aktuell zum einen auf „ungebührliches Verhalten“ von Mitgliedern des Vorstands des Bezirksverbands München-Oberbayern, der größten Untereinheit des BJV mit 5.398 Mitgliedern, neben der Fachgruppe Freie mit 4.026 Mitgliedern, bei einer Gesamtmitgliederzahl von 8.718 Mitglieder (Stand 31.12.2003, Gesamtmitglieder des BJV 04/2004: 8.797).
Zum anderen bezieht und bezog sich unangemessenes Verhalten von jeher schon auf Verhaltensweisen einzelner Mitglieder. Kolleginnen und Kollegen, die sich den Vorwurf des „verbandsschädigenden Verhaltens“ schuldig machen oder ihre Mitgliedsbeiträge nicht bezahlen, werden aus dem Solidarverbund BJV entfernt. Ich will an dieser Stelle nicht in die Diskussion einsteigen, wer nun wie Recht hat, wer wen wie interpretiert und wer sich warum auf die Füße getreten gefühlt oder wer sich wo und wie daneben benommen hat. Ich ziele vielmehr auf die meines Erachtens grundsätzliche Frage, wie wir Solidarität in diesem Verband interpretieren wollen (neben eindeutigen Fällen wie beispielsweise der Nichtzahlung von Beiträgen) und vielleicht auch sollten, damit es zu einem konstruktiven und vor allem voranbringenden Miteinander kommen kann.

Worin wir uns, und das hat die Diskussion in Feldafing durchaus gezeigt, auf jeden Fall einig sind, ist die Tatsache, dass es uns um den Verband als solches geht, in dessen Dienst wir unsere ehrenamtliche und auch bezahlte Arbeit stellen wollen. Das ist die Perspektive der jeweils engagiert Tätigen. Dass wir uns gegenseitig mitunter ganz anders geartete Motivationen und Befindlichkeiten unterstellen, steht auf einem anderen Blatt. Von Profilierungssucht und Intrigen ist die Rede, von verbandsschädigendem Verhalten und mitgliederfremden Vorgehen, das nur dem eigenen Interesse dient. Meine Devise lautet in diesem Fall: Versuche zu hören, was dir der andere sagt, auch wenn du es nur schwer verstehst. Will heißen: Ich halte es durchaus für sinnvoll und notwendig, Positionen klar zu stellen und für diese auch einzutreten, was ich nicht als Rechtfertigung verstanden wissen will. Im vorliegenden Fall erachte ich es aber für deutlich sinnvoller, darüber nachzudenken, was uns verbindet und nicht darüber zu lamentieren, was uns trennt.

Einig sind wir uns auch dahingehend, dass wir den Verband voranbringen wollen. Jeder auf seine Weise. Nur, und dahingehend scheinen wir uns sehr uneinig zu sein, haben wir augenscheinlich ein sehr unterschiedliches Verständnis von Zeit und Ziel, wohin dieses Voranbringen uns führen soll. Der Bezirksverband München-Oberbayern steht mit seinem Vorsitzenden Walther Bruckschen für eine meines Erachtens durchaus zeitgemäße und moderne Form von Verbandsarbeit. Die aber – und das will ich keineswegs nivellieren – auch ihre Kritiker in den eigenen Reihen hat, auch in den Reihen der Vorstandsschaft des Bezirksverbands. Das schmälert aber in meinen Augen nicht das Engagement. Weder dahingehend, dass Kollege Bruckschen vorantreibt, was er für sinnhaft hält, noch die damit immer wieder ausgelöste Kritik. Ich gehe sogar soweit, dass ich es für ein unabdingbares Element lebendiger Verbandsarbeit erachte, dass Unternehmungen ein gewisses Maß an Kritik und Diskussion auslösen. Das sollte sicherlich nicht immer so sein, um den Stesslevel auf ein erträgliches Maß zu reduzieren und schließlich wollen wir alle auch Anerkennung und Reputation. Gleiches gilt übrigens für meine Einschätzung der Arbeit, die unsere Geschäftführerin Frauke Ancker leistet, um die Figur hervorzugeben, die derzeit das Geschehen neben dem Kollegen Bruckschen am deutlichsten polarisiert.

Jedoch beschleicht mich mitunter der Eindruck, dass das mit den Entscheidungsfragen und Verantwortlichkeiten in unseren Reihen nicht so recht geklärt ist und wir vielfach ernste Kommunikationsdefizite vorweisen. Und dass es leider auch von verschiedenen Seiten immer wieder die Vermischung persönlicher Differenzen und fachlicher Kritik gibt. Sicherlich könnten wir nun Forschung betreiben, warum wer mit wem nicht reden mag und wieso das soweit gekommen ist. Sinnvoller erachte ich, und knüpfe dabei wieder an meinen Gedanken oben an, dass wir die bestehenden Strukturen nicht als Gott-gegeben hinnehmen, sondern uns ernsthaft Gedanken machen sollten, um was es uns gemeinschaftlich geht und wie wir das bewältigt bekommen. Die Anforderungen von außen sind exorbitant genug, um einem die Knie weich werden lassen zu können: nicht enden wollende Arbeitslosigkeit, ernsthafte Qualitäts- und Existenzfragen, die Branche auf dem Prüfstand. Unabhängig davon ist es aber sicher so, und das lehrt uns schon die Kommunikationsforschung, dass es immer mindestens zwei wichtige Ebenen bei jeder Form der Verständigung gibt: die Beziehungs- und die Inhaltsebene. Ich habe meine ernsten Zweifel, ob wir unsere inhaltlichen Diskussionen geregelt bekommen, wenn wir bislang beständig an der Beziehungsebene scheitern.

Ich vertrete zudem entschieden die Meinung, dass wir erst einmal in unseren inneren Analen aufräumen müssen, um zu wissen, was wir wollen und wie wir am effektivsten nach außen hin auftreten können. Aber Scheingefechte sind definitiv der falsche Weg und binden nur sinnlos Energie. Es muss nicht jeder mit jedem können und reden wollen. Ich bin aber sicher, dass es in allen Reihen immer mindestens einen oder eine gibt, mit der wir können, wo wir gehört werden und uns verstanden fühlen. Lassen Sie uns die Mühe machen, diese Person(en) zu suchen.

Unabhängig davon sollten wir uns aber meines Erachtens einem Argument stellen: dem Zeitfaktor. In so mancherlei Hinsicht regieren wir nur sehr schleppend und inadäquat sowohl auf interne wie externe Anforderungen. Und zwar unabhängig davon, ob wir persönlich nun der Meinung sind, dass eine solche Anforderung nun gerechtfertigt ist oder nicht. Darin liegt in meinen Augen die vordergründige Herausforderung für jeden von uns in der Verbandsarbeit, wiederum unabhängig davon ob ehrenamtlich oder bezahlt: Wir müssen uns auch Anliegen stellen, die wir persönlich nicht favorisieren oder möglicherweise sogar nicht gutheißen. Ob wir sie letztlich entsprechend in eine Handlung umsetzen, ist noch mal eine ganz andere Geschichte. Eine ernsthafte und aufrichtige Auseinandersetzung mit auch unbequemen Ansichten und vor allem verbunden mit einer entsprechenden Handlungsoption halte ich für unabdingbar. Lassen Sie es mich auf den Punkt bringen: Es kann nicht sein, und das gilt für alle Beteiligte einschließlich meiner Person, dass wir nicht mehr über Dinge diskutieren, weil sie nicht in unser Konzept passen oder wir vermeintlicher Weise glauben, es besser zu wissen. Das ist das Aus für eine lebendige Auseinandersetzung in unseren Reihen, und ich spreche hier gezielt von „uns“! Auch, und das muss augenscheinlich immer wieder betont werden, schmälert eine kritische Betrachtungsweise nicht die respektvolle Anerkennung von Errungenschaften, die bereits geleistet wurden.

Auf der anderen Seite sind wir hier natürlich – und auch das zeigte uns Feldafing sehr deutlich – an einem Punkt angelangt, der nicht über die Gebühr strapaziert werden sollte, um ein Miteinander nicht in ein Gegeneinander zu verkehren. Wir wollen alle gefragt werden, wenn wir Verbandsarbeit leisten und unsere für alle spärliche Freizeit in Verbandssitzungen und –gremien einbringen. Das darf nicht in gegenseitiger Beweihräucherung enden, aber auch nicht damit, dass wir uns nicht mehr wechselseitig anerkennen, dass wir ehrenhafte Ziele verfolgen, die nicht nur dem Eigennutz dienen. Das verstehe ich unter Vertrauensvorschuss und ich erachte diesen Punkt als einen solchen, an dem wir tagtäglich arbeiten müssen.

Lassen Sich mich damit schließen, dass ich sehr wohl den Eindruck in Feldafing gewonnen habe, dass es um unser Demokratieverständnis, so hart es auf dem Prüfstand stand, durchaus gut bestellt ist. Was wir gut können, ist eine Meinung vertreten. Was wir besser können dürften, ist einander zuzuhören. Ich vertrete die Ansicht, dass etwas stabiles und sinnhaft Neues durch die Synergien von Alt und Neu entsteht. Die Revolution von unten ist mitunter notwendig und sinnvoll, aber es bleibt auch vieles auf der Strecke. Momentan sind wir aber meines Erachtens noch nicht so weit. In diesem Sinne hoffe und baue ich auf fruchtbare Diskussionen und einen respektvollen Meinungsaustausch im Sinne unserer Mitglieder und unseres Verbands für die kommenden Zeiten.

Skandal im Bayerischen Journalistenverband weitet sich ausGestern berichtete COPY.BLOG über Zensur im Bayerischen Journalistenverband durch den Landesvorstand bzw. die Geschäftsstelle.

Da die Liste der Verfehlungen der Landesverbandsspitze aber täglich länger wird und die ganze Tragweite des Mißmanagements durch Herrn Dr. Stöckel und Frau Frauke Ancker erst allmählich sichtbar wird, haben es sich Betroffene und Zeugen zur Aufgabe gemacht und sehen ihre journalistische Pflicht darin, diese nun einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen: Die Recherchegruppe Bayern berichtet in loser Folge von Ereignissen und Umständen, die sich während der vergangenen zwei bis vier Jahre im Rahmen der Verbandsarbeit ereigneten und die sich allmählich zu einem handfesten Skandal ausweiten, dessen Umfang im Moment nur schwer abzuschätzen ist. Die "Heldentaten" der Verbandsspitze reichen aber von schlechtem Benehmen und Manipulation bzw. Instrumentalisierung von Mitgliedern über üble Nachrede und Mobbing bis hin zur handfesten Veruntreuung von Verbandsgeldern für private Zwecke, hier: eine Geburtstagsfeier von Frau Ancker.

Ein von besonders üblen Machenschaften betroffenes Mitglied bat mich, eine dieser Begebenheiten hier zu veröffentlichen. Dieser Bitte komme ich nach und stelle einen Beitrag online, den selbiges Mitglied vergangenes Jahr im Zuge ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit im verbandsinternen Organ "bjv-report" veröffentlichen wollte. Der Artikel erschien allerdings nicht, die Begründung hierfür könnte fadenscheiniger und sachlich weniger zutreffend kaum sein. Mehr dazu in diesem Beitrag.

Interne Zensur im Berufsverband der Journalisten: "Wo bin ich denn hier 'reingeraten?!"Ein Rückblick auf die Wahl des neuen Bezirksvorstands München/Oberbayern am 07.04.2005

... ruft ein junger Kollege des Bayerischen Journalisten-Verbands gestern abend inmitten der Wahl des neuen Bezirksvorstands ins Mikrofon. Aus den hinteren Reihen ertönt nur höhnisches Gelächter, die vordere Hälfte des Plenums scheint in stummer Lethargie erstarrt. Die Atmosphäre erinnert eher an einen Dorf-Stammtisch zu fortgeschrittener Stunde. Der mündlich vorgetragene Bericht des scheidenden Bezirksvorstands und sein allerletzter Versuch, das Plenum zu einer offenen Diskussion zu bewegen, wird von zahlreichen mehr oder minder qualifizierten Zwischenrufen immer wieder unterbrochen.

Also nun: Wo sind wir denn hier 'reingeraten? Wir befinden uns in der Schilderung einer Sitzung des Bezirksverbands München-Oberbayern des BJV am gestrigen Abend, der als Landesverband dem Deutschen Journalistenverband angehört und sich als Berufsverband und Gewerkschaft für angestellte und freie Journalisten positioniert. Und flugs sind wir schon mitten im Thema: Berufsverband UND Gewerkschaft? Geht denn das? Können freie Journalisten, die im weiteren Sinne auch Unternehmer sind, überhaupt eine Gewerkschaft bilden? Und wenn Berufsverband, wie - und aus welchen Mitteln bzw. welcher Verteilung dieser - werden die Interesseren der Freien vertreten?

Das sind zwei der Fragen, die im Verband schon seit ca. zwei Jahren kontrovers diskutiert werden. Oder besser gesagt: NICHT diskutiert werden, weil zahlreiche Anträge aus den Reihen des Bezirksvorstands und der Fachgruppenvorsitzenden mehrheitlich abgelehnt wurden. In diesen Anträgen finden sich beispielsweise die Differenzierung der Mitgliedschaft je nach Berufsgruppenzugehörigkeit und der damit in Anspruch genommenen Leistungen (z.B. die Absicherung durch Streikfonds bei Tarifverhandlungen), ein Delegiertenprinzip für die Durchführung von Mitgliedsversammlungen (bei 9.000 Mitgliedern in Bayern eine organisatorische Notwendigkeit), die klare und nachvollziehbare Trennung der verbandsinternen Arbeit in gewerkschaftliche und berufsständische Aufgaben sowie die komplette Neufassung der Verbandssatzung, um den geänderten Rahmenbedingungen des Medienmarktes und seiner Auswirkungen auf die Mitglieder Rechnung zu tragen. Sie folgen desweiteren den Erfahrungen, die der Bezirksvorstand Walther Bruckschen in insgesamt vier Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit als Bezirksvorstand sammeln konnte.

Diese Anträge, die im Kern darauf ausgerichtet waren, die mittlerweile zahlenmäßig mächtigere Gruppe freier Journalisten unter den Mitgliedern (58%) im Rahmen der Verbandsaktivitäten besser zu unterstützen, wurden allesamt abgelehnt. Nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass die Präsenzquote der eigentlich betroffenen und zu vertretenden Mitglieder kaum 0,3% betrug und die gerade mal 13 Anwesenden von 5.000 registrierten Mitgliedern im Bezirk München/Oberbayern eher aus den Reihen der verbandskonformen festangestellten Redakteure gestellt wurden.

Offenbar müssen aber die zahlreichen Anläufe seitens des ehemaligen Vorstands auf Wiederaufnahme des Gesprächsfadens, die wiederholte Neuvorlagen seiner Anträge und das Festhalten an legitimen Fragestellungen eher als lästige Störung des Tagesbetriebs gewertet worden sein. Mangelnde "Solidarität" war wohl das am häufigsten zu hörende Schlagwort gestern abend und als "unkollegial" wurden die Aktivitäten des zurückgetretenen Bezirksvorsitzenden Walther Bruckschen und seiner Stellvertreterin Silke Schmidbauer eingestuft. Die Antwort auf Bruckschens Frage zu Beginn seiner Amtszeit, was denn ein Bezirksvorstand überhaupt mache, war ihm die Verbandsspitze zwei Jahre lang schuldig geblieben. Was ein Bezirksvorstand NICHT macht, dürfte ihm in den zwei Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit mit allem Nachdruck klargemacht worden sein: Er hat sich besser nicht zu seinen Überzeugungen zu äußern, geschweige denn diese zu vertreten.

Eine naheliegende Schlußfolgerung ist die Einschätzung, dass die träge Masse selbst schuld an ihrem Schicksal ist. Dagegen wäre auch nichts einzuwenden. Aber wussten denn wirklich alle aktuell angesprochenen Mitglieder und Betroffenen, WAS es zu besprechen gab und dass ihre eigenen Interessen auf dem Prüfstand waren? In der Einladung des geschäftsführenden BJV-Vorstands ist zu lesen:

"Wer an der vorjährigen Mitgliederversammlung in der großen Aula der Universität in München teilnahm, wird unseren Appell [zu zahlreichem Erscheinen, Anm.] verstehen. Damals blockierten elf satzungsändernde und acht ordentliche Anträge die Versammlung, die letztlich nur von drei Mitgliedern gestellt waren. Diese Anträge, die eine Spaltung des Verbandes nicht nur auf Bundesebene, sondern auch auf Landesebene zum Ziel hatten, wurden von einer überwältigenden Mehrheit abgelehnt bzw. mit Nichtbefassung oder Übergang zur Tagesordnung beschieden. So sollte es im BJV eine Dreiklassenmitgliedschaft geben, die Zahlungen an den DJV sollten verringert und der Bezug des "Journalist" eingestellt werden. Derartige Anträge stellen das Solidaritätsprinzip im DJV in Frage und sind eine Absage an unsere gewerkschaftliche Arbeit."

Also nochmal zum Nachgoutieren und Mitschreiben: Satzungsändernde Anträge sind offenbar nicht ordentlich, mindestens aber ärgerlich und eine Blockade, wenn sie nur von drei Mitgliedern kommen - in dem Fall den ehrenamtlichen Vorständen. Dann liest man, dass eine Spaltung des Verbandes nicht nur auf Bundesebene - das wäre ja offenbar noch zu verschmerzen gewesen -, nein, sondern AUCH auf Landesebene beabsichtigt war. Um welches Ordnungsprinzip handelt es sich hier, wo die Teilmenge wichtiger als die Gesamtmenge ist? Und als krönender Abschluß: "... wurden von einer überwältigenden Mehrheit" abgelehnt und mit "Nichtbefassung [...]" beschieden..., denn die Anträge seien eine Absage an die gewerkschaftliche Arbeit.

Das mag ja durchaus sein, also werden sie mit "Nichtbefassung" beschieden anstatt mit offener Diskussion.

Bis hierhin darf die Angelegenheit durchaus als Verbandsgeklüngel betrachtet werden, wie es auch im Kleintierzüchterverein zu Grünenbaindt wohl das eine oder andere mal vorkommen mag.

Ein ganz anderes Kaliber aber ist das Thema Zensur.

Der in der Verbandseinladung Angesprochene formulierte ob der geäußerten Vorwürfe gegen ihn eine Stellungnahme und bat die Geschäftsstelle, diese - genauso wie die Einladung - an alle Verbandsmitglieder zu versenden, weil ihm zum einen der Zugriff auf den verbandsinternen E-Mail-Verteiler nicht möglich ist - warum eigentlich nicht? - und die Einzeladressen aller Mitglieder unbekannt sind. Diese, auf die relevanten Passagen verkürzte Gegendarstellung, die COPY.BLOG in voller Länge vorliegt, bezieht zu den Vorwürfen folgendermaßen Stellung:

"Als Bezirksvorsitzender begrüße ich die Initiative des BJV-Vorstands ganz ausdrücklich. Spät, aber hoffentlich nicht zu spät setzt sich der Landesvorstand für eine stärkere Partizipation der Basis ein. Er folgt damit meinen Forderungen. [...] Zusammen mit dem Vorstand unseres BJV streite ich für mehr Mitgliederbeteiligung. Ich rufe Sie alle herzlich zur Teilnahme auf. Ich bin zuversichtlich, dass in unserem Bezirksverband [...] diesmal mehr als die 13 (= 0,3 %) bei der vorigen Versammlung Anwesenden (als es um die Formulierung von Anträgen für die BJV-Mitgliederversammlung ging) zur Wahl schreiten werden. [...] Es wird sicherlich Kandidaten geben, die für Zusammenwirken, Vertrauen und Intelligenz bei der schwierigen Aufgabe stehen, die Interessenvertretung von festen und freien Journalisten in einer Zeit neu zu organisieren, in der sich alles schnell ändert - insbesondere die Grundlagen unseres Berufes. Schauen wir nach vorn! Wir wollen Solidarität. Aber wir wollen auch gerechte Lastenverteilung und Meinungsfreiheit für jedes BJV-Mitglied. Dafür lohnt es sich, zur Bezirksversammlung zu kommen!"

Sie wurde mit folgendem Kommentar beantwortet:

"Sehr geehrter Herr Bruckschen,

im Namen des geschäftsführenden Vorstandes teilen wir Ihnen mit, dass Ihre Mail vom 05. April nicht versendet wird. Begründung: Sie ist unsachlich, unkollegial und polemisch. [...]
Mit besten Grüßen

Der geschäftsführende Vorstand"

Im Zuge journalistischer Sorgfaltspflicht hat COPY.BLOG die Autorin obiger Zeilen, die Geschäftsführerin Frau Ancker, im Anschluß an den Rücktritt des Bezirksvorstandes und die Neuwahlen um persönliche Erläuterung dieses Kommentars gebeten, insbesondere im Hinblick auf die Begriffe "unkollegial, unsachlich, polemisch". Folgende Beispiele wurden genannt: Der Satz "Zusammen mit dem Vorstand unseres BJV streite ich für mehr Mitgliederbeteiligung" unterstelle, dass der geschäftsführende Vorstand dies versäumt habe. Der " Streit um Ideologie, Stillstand, Vergangenheits-Verklärung und Ideenmangel" beinhalte inakzeptable und unverschämte Unterstellungen. Und die Aussage "Nutzen Sie die Veranstaltung des Bezirks als mündige Mitglieder ..." sei ebenfalls eine Unverschämtheit, weil sie impliziere, dass der geschäftsführende Vorstand die Auffassung vertrete, Mitglieder seien zunächst nicht mündig.

Zugegeben: Von dieser Auffassung ist der geschäftsführende Vorstand meilenweit entfernt, denn er trägt ja dafür Sorge, dass nur solche Nachrichten die Mitglieder erreichen, die Ihrer Mündigkeit - im Sinne der Landesverbandsspitze - nicht abträglich sind...

Diese Vorgänge sind skandalös, empörend, anwidernd und beängstigend. Sie sind umso schwerwiegender als die Weiterleitung dieser besagten Nachricht gerade mal weniger Mausklicks bedurft hätte. Eine Zensur darf es nicht geben! Von einem Berufsverband, dessen Mitglieder sich in Ausübung ihres Berufs für freiheitliche Prinzipien einsetzen, gern als vierte Macht im Staat bezeichnet werden und ihren Einsatz für diese Prinzipien beispielsweise in Krisengebieten nicht selten mit dem Leben bezahlen, kann - nein: MUSS! - man erwarten dürfen, das verbandsintern die gleichen Grundsätze zur Anwendung kommen.

In Zeiten der instrumentalisierten Angst vor globalem Terror müssen wir beobachten, dass eine beträchtliche Zahl von Grund- und Freiheitsrechten durch unsere angeblichen Volksvertreter sukzessive beschnitten werden. Das ist schlimm genug. Die freie Äußerung und das nachhaltige Vertreten der eigenen Meinung - auch wenn sie unbequem oder mißliebig ist - gerade im Berufsverband derjenigen zu beschneiden, die sich nicht selten zum Advokaten der Wahrheit zu machen haben, ist unfassbar und inakzeptabel!

Die Frage bleibt im Raum: Wo ist er da hingeraten, der junge Kollege?

edit 1: Eine täglich wachsende Liste weiterer kaum fassbarer Fehltritte und Zuständigkeitsüberschreitungen des Landesvorstands und der Geschäftsstelle findet sich im Blog unterdrückter BJV (Bayerischer Journalisten-Verband) Mitglieder

Alles neu!... macht nicht nur der Mai, sondern auch mein Umzug: Seit 01.03. bin ich nun als Einwohner des Landkreises Starnberg gemeldet, genauer gesagt als Bürger der Gemeinde Weßling.

Zur lokalen Veränderung kommt eine grundlegende physische, gewissermassen "von innen": Seit ca. drei Wochen mache ich eine Entgiftung/Ausleitung bei Frau Dr. med. Eva-Maria Schneider, um eine kürzliche diagnostizierte fortgeschrittene Quecksilber-Vergiftung aufgrund alter Amalgam-Rückstände (wurde früher für Zahnplomben verwendet) loszuwerden. Parallel dazu werden wir dem Hefepilz Candida albicans den Garaus machen: Zum einen durch eine gezielte, ziemlich radikale und dauerhafte Ernährungsumstellung, zum anderen für einen gewissen Zeitraum mit einer strengen Diät. Während der Diätphase muss ich nach Möglichkeit auf sämtlichen Zucker verzichten, weil der das Hauptnahrungsmittel des Hefepilzes ist. Die Ernähungsumstellung ihrerseits zielt darauf ab, den Säure-Basen-Haushalt im Körper wieder ins Lot zu bringen, da die industriell bearbeitete Nahrung, die wir zu uns nehmen, generell zu viel Säure bildet, den Körper also übersäuert, uns gewissermassen regelrecht "sauer" macht. Diese Umstellung bringt mit sich, dass viele von den Speisen, die ich bevorzugt zu mir genommen habe, nun "off limits" sind und ich im gewöhnlichen Einzelhandel kaum mehr das finde, was von jetzt an stattdessen auf meinem Einkaufszettel steht. Das Reformhaus und der Bioladen sind künftig also erste Wahl bei den Bezugsquellen des täglichen Nahrungsmittelbedarfs - was allerdings mit teilweise exorbitanten Mehrkosten zu Buche schlägt. Aber das ist es mir wert.

Warum das ganze? Keineswegs aus der Motivation heraus, einer Modeerscheinung zu folgen, obwohl alternative Therapiemethoden wie etwa die Bioresonanztherapie spektakuläre Erfolge verzeichnen und sich infolgedessen zunehmenden öffentlichen Interesses erfreuen (bei meinem letzten Termin etwa war ein Aufnahmeteam von Focus TV vor Ort und hat einen Beitrag über Frau Dr. Schneider gemacht, der am 17.04. oder 22.05. auf ProSieben zu sehen sein wird).

Es ist vielmehr so, dass ich seit nunmehr fast 25 Jahren unter teils massiven physischen Beschwerden leide, die sich z.B. in Form zahlreicher Allergien - darunter heftigster Heuschnupfen - auswirken, aber auch ein massiv gestörtes Allgemeinbefinden mit sich bringen, das beizeiten zu völliger Arbeitsunfähigkeit führte und mir nur die "Krankmeldung" (die es bei Selbständigen ja gar nicht gibt) übrig liess. Von den Auswirkungen, die ein dauerhaftes Unwohlsein auf die Psyche hat, will ich erst gar nicht anfangen...

Der Umzug markiert somit für mich einen Neubeginn auf allen Ebenen: Die körperliche Wiederherstellung (die im übrigen SOFORT Wirkung zeigt, das ist wirklich faszinierend!) geht einher mit einer psychisch-mentalen. M.a.W: Ich bin schlagartig besser drauf, kann mich besser konzentrieren, fühle mich leistungsfähiger und habe wieder Lust auf's Leben! (Die Therapie ist zwar nicht ganz billig und ich bezahle sie derzeit aus eigener Tasche, aber es gibt keine Alternativen mehr und auch keinen Aufschub!)

Die Wahl meines neuen Wohnortes und die damit einhergehenden neuen Begegnungen erweisen sich bislang als wahrhaftiger Glücksfall, in jeder Hinsicht. Ich beginne, mich in meinem neuen Domizil (hier noch Bilder von der Wohnungsbesichtigung, neue folgen) einzuleben und sehr wohl zu fühlen. Und die Umgebung, die Landschaft, die Leute sind sensationell! Alles ist so, wie ich es mir gewünscht und ersehnt hatte, hier scheinen die Uhren wirklich anders zu gehen, alles ist etwas entspannter, freundlicher, menschlicher. Und die Landschaft rings herum ist für Menschen aller Farben und Nationen ein beliebtes Urlaubsziel. Kurz: Ich bin wirklich glücklich und dankbar, dass ich den Zuschlag für diese Wohnung bekommen habe und spüre schon jetzt, dass der vorangegangene Lebensabschnitt, der bedauerlicherweise mit der Scheidung von meiner lieben (Ex-) Frau Andrea endete, nun endgültig abgeschlossen ist und etwas Neues beginnt. Mein neues Motto lautet daher:

Life is an adventure that cannot be mastered, only enjoyed.

Bis demnächst!

"Zwischenbescheid"An meine treuen Leserinnen und Leser,

der Umzug ist vollzogen! Ist zwar noch nicht alles wieder an Ort und Stelle, aber die wichtigste "Infrastruktur" steht - mit Ausnahme von Internet leider, und zwar noch bis Mitte April. T-Com und den völlig wertlosen Angaben beim T-DSL-Check sei Dank...

Egal, ich versuche die Zeit bis dahin anderweitig sinnvoll zu nutzen und die "finishing touches" der Wohnung voranzubringen. Vielleicht nochmal Schifahren gehen bis dahin, wer weiß.

Vergangene Woche war ich auf für Apple im Einsatz auf einer regionalen Consumer-Messe in Ingolstadt. Sehr interessant, wie sich doch die Wahrnehmung der Marke Apple aufgrund des iPods und iPod Shuffle zum Positiven geändert hat - sogar bei Leuten, die den iPod noch nicht mal mit Apple in Verbindung bringen! Das mit den Switchern wird noch richtig abgehen! (Damit meine ich die Wechsler von Windows zu Mac OS X, nichts anderes ;-))

A propos abgehen: Der Donnerstag abend hat mir unverhofft eine sehr nette Unterhaltung mit einer sehr netten jungen Lady beschert :-) Ich spüre ganz deutlich, dass für mich ein neuer, sehr positiver Lebensabschnitt beginnt! Nicht nur in romantischer, sondern vor allem in beruflicher Hinsicht! I'll keep you posted, once I got my DSL again ;-)

edit#1: Muss die Telekom nachträglich etwas in Schutz nehmen: Sie haben mich in der Warteliste vorgezogen und den Anschluß schon am 21.3. realisiert. Uffz!

Findungsphase: "Buck Fush" oder NeoCons?Leicht ist es nicht, im derzeitigen globalpolitischen Verwirrspiel eine klare Position pro oder contra Bush zu finden: Beide Seiten, sowohl die Linke als auch die als NeoCons bezeichnete Rechte beobachten und argumentieren scharfsinnig und gut belegt. In beiden Lagern ist ein ausgeprägtes historisches Wissen der jüngeren Vergangenheit vorzufinden. Während das Anti-Bush-Lager unter anderem damit argumentiert, dass der Irak-Krieg mit fadenscheinigen Argumenten begonnen wurde und die wahre Motivation darin bestand, im Arabischen Raum eine Demokratie unter US-Einfluss zu installieren und damit den Macht-Anspruch der USA weiter zu festigen, kontern die Bush-Anhänger mit der moralischen Verpflichtung des Westens und insbesondere Deutschlands, sich für die Befreiung vom Dritten Reich und die mit dem Marshallplan umgesetzte Wirtschaftshilfe für Europa gewissermassen zu revanchieren und die freiheitliche Grundordnung Seite an Seite mit den USA zu verteidigen bzw. voranzubringen.

Na gut, ersteren und dem Hinterfragen von Motivationen kann man z.B. diesen Bericht entgegenhalten, der zeigt, dass es in den Europäischen Regierungen mit moralischen Fragen lange Zeit auch nicht weit her war: Stolz präsentieren die Militärs im September vergangenen Jahres, was sie schon haben. Und die europäischen Regierungen müssen jetzt hilflos zuschauen, nachdem sie jahrelang die Warnungen der Sicherheitsbehörden in den Wind schlugen. Der Handel mit dem Iran war ihnen wichtiger. Jetzt machen die Amerikaner Druck.

Und letzteren müsste man Guantanamo Bay und vor allem Abu Ghraib (Vorsicht: Die Abbildungen zeigen schockierende Details) vorhalten, wo genau die Werte, für die man angeblich eintritt, geradezu und im Wortsinne mit Füssen getreten werden.

Wie gesagt, nicht leicht, da die Orientierung zu behalten...

Noch fünfmal schlafen...... dann ist das Kapitel Neufahrn Geschichte für mich. Über zehn Jahre reichen auch irgendwie. Genug passiert ist ja in der Zwischenzeit: Ich bin 1995 mit meiner späteren Frau und nun Ex-Frau hierher gezogen, wurde 1997 in Freising getraut, 2003 wieder geschieden. Habe hier meinen Uni-Abschluß gemacht und den reichlich ruppigen Einstieg ins Berufsleben hingelegt. Bis 2000 selbständig gewesen, 2001 bis März 2002 dann bei TOMORROW FOCUS Technologies (ehemals ICPro) zunächst als Projektmanager, später als inbound- und outbound-Trainer gearbeitet. Später wieder selbständig, bis heute, allerdings nicht mehr als IT-Consultant und Projektleiter, sondern nunmehr der schreibenden Zunft verpflichtet.

Ab 01.03. werde ich im schönen Weßling "residieren": Da gibt's auch einen schönen See, der ganz idyllisch in der Ortsmitte liegt und im Winter eine prima Eisfläche hergibt, die Infrastruktur könnte besser nicht sein (AB-Anschluß, S-Bahn) und auf Breitband-Internet muss ich auch nicht verzichten (was auch undenkbar wäre). In Herrsching, Seefeld, Starnberg finden sich sogar nette Programmkinos und sicher 'ne Menge netter Kneipen. Und bestimmt gibt's auch in Weßling 'nen Dorfkrug, in dem man hie und da "auflaufen" kann.

Abgesehen davon ist der gesamte Raum im Südwesten und Süden ausgesprochen attraktiv, Ammersee, Wörthsee, Pilsensee und auch der Starnberger See sind sozusagen einen Steinwurf entfernt. Und in den Bergen ist man auch ruckzuck.

Wie sich das mit dem sozialen Leben gestaltet, bleibt abzuwarten, aber es kann nur besser werden. In Neufahrn habe ich - zumindest seit meiner Trennung - die einsamsten Jahre meines Lebens verbracht und werde alles dransetzen, dass sich diese Erfahrung nicht wiederholt bzw. fortsetzt.

Also nur noch fünfmal schlafen, dann ist die Nummer hier beendet...

Nächstes Kapitel im Hartz IV-KrimiDie Intuition stimmte also offenbar: SPIEGEL Online berichtet heute einem Bericht der Rheinischen Post folgend, Clement habe die Zahl der ALG-II-Empfänger falsch kalkuliert. Schlimmer noch: Er muß gewußt haben, daß er unter den tatsächlichen Zahlen bleibt. Einem der RP vorliegenden Protokoll einer Verhandlung mit dem Deutschen Städetag zufolge hätten die Kommunen mit 2,4 Mio. Arbeitslosen gerechnet, während Clements Kalkulation von 2,1 Mio. ausgeht. Clement wird zu dieser offenkundigen Diskrepanz mit den Worten zitiert: "Selbst wenn eure Zahlen richtig sind - ich kann nicht mehr Geld bereitstellen, weil dann der Etat verfassungswidrig wird". Mit dieser Praxis habe Clement verhindern wollen, dass der Bundesetat 2005 schon bei seiner Vorlage verfassungswidrig gewesen sei, da eine korrekte Schätzung der ALG-II-Kosten zur Überschreitung der erlaubten Schuldengrenze nach Artikel 115 des Grundgesetzes geführt hätte.

Die vom COPY.BLOG in gestrigem Posting als Verrat an seinen Bürgern bezeichnete Praxis deutscher Politiker muß im Lichte dieser Enthüllungen wohl kaum mehr als Übertreibung gelten. Ich bin der Ansicht, dass der traditionelle Immunitätsbegriff fallen sollte und Vorgehensweisen dieser Art als das geahndet werden, was sie sind: Strafbare Handlungen.

edit1: Und dann noch das: Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit kapituliert vor der Arbeitsmarktsituation in den Neuen Bundesländern und gibt offen zu, dass ältere Langzeitarbeitslose dort nicht mehr vermittelbar seien. Der allgemeinen Empörung zum Trotz bleibt er bei seiner Einschätzung und beabsichtigt, die Langzeitarbeitslosen aus seinem Zuständigkeitsbereich auszugliedern, was vom Sprecher der SPD-Bundestagsabgeordneten, Stefan Hilsberg, bereitwilligst mit den Worten aufgegriffen wird, die öffentlich finanzierten Ein-Euro-Jobs auf bis zu fünf Jahre währende Programme auszudehnen.

Wer das bezahlen soll, sagt der feine Herr Hilsberg allerdings nicht dazu...

Bush/Kerry-Szenario in Deutschland?Irgendwie schon eigenartig: Durch einen Beitrag eines befreundeten Bloggers wurde ich nochmal auf den unklaren Ausgang der Landtagswahl in Schleswig-Holstein aufmerksam gemacht. Da fällt einem doch irgendwie der ebenfalls sehr unklare Ausgang der Präsidentschaftswahl in USA ein. Und man fragt sich unwillkürlich, ob die westlichen Demokratien zu Zeiten bevorstehender bzw. sich ankündigender Machtwechsel plötzlich Schwierigkeiten beim Zählen bekommen...?

Sehr merkwürdig...